Kostenvoranschlag kostenlos bekommen? Wann ja, wann nicht
Ja, einen Kostenvoranschlag bekommen Sie oft kostenlos, aber meist nur, wenn Sie das Gerät danach in derselben Werkstatt reparieren lassen. Gesetzlich ist ein Kostenvoranschlag nach § 632 Abs. 3 BGB im Zweifel nicht zu vergüten. Sobald Sie aber ein schriftliches, versicherungstaugliches Dokument mit Frist, Positionen und Seriennummer brauchen, ist das eine eigene Leistung, die berechnet wird. Hier lesen Sie ehrlich, wann die kostenlose Variante reicht und wann sich ein bezahlter KVA lohnt.
Was das Gesetz sagt (§ 632 Abs. 3 BGB)
Der Bürgerliche Gesetzbuch-Grundsatz ist eindeutig: „Ein Kostenanschlag ist im Zweifel nicht zu vergüten." Im Klartext heißt das, eine Werkstatt darf für einen Kostenvoranschlag nur dann Geld verlangen, wenn sie das vorher ausdrücklich vereinbart hat. Sagt niemand etwas dazu, ist der Kostenvoranschlag kostenlos. Zulässig ist eine Vergütung aber, wenn die Ermittlung aufwändig ist, etwa eine längere Fehlersuche oder Zerlegung erfordert, oder wenn ein förmliches schriftliches Dokument gewünscht ist. Wichtig ist also nur, dass Sie vorher wissen, woran Sie sind.
Warum „kostenlos" fast immer an eine Bedingung geknüpft ist
Eine seriöse Werkstatt investiert Zeit in die Diagnose. Damit sich das für sie rechnet, ist der kostenlose Kostenvoranschlag in der Praxis meist an drei Bedingungen geknüpft:
- Nur bei Reparaturauftrag: Der KVA ist gratis, wenn Sie danach dort reparieren lassen. Entscheiden Sie sich dagegen, wird oft eine Diagnosepauschale fällig.
- Gerät muss vor Ort sein: Ohne das Gerät in der Hand ist keine belastbare Einschätzung möglich, also müssen Sie hinfahren oder einschicken.
- Kein versicherungstaugliches Format: Sie bekommen einen Preis genannt, aber kein strukturiertes PDF mit Schadenbeschreibung, Positionen, Seriennummer und Datum, das eine Versicherung akzeptiert.
Kostenlos in der Werkstatt oder bezahlt online, der Vergleich
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Es kommt darauf an, wofür Sie den Kostenvoranschlag brauchen:
| Kriterium | Kostenlos in der Werkstatt | Bezahlt online (ab 25 €) |
|---|---|---|
| Preis | 0 € (bei Reparaturauftrag) | ab 25 €, Sofort 35 € |
| Form | meist mündlich / kurze Notiz | strukturiertes PDF, einreichfertig |
| Für Versicherung geeignet | selten | ja, mit Positionen, Seriennummer, Datum |
| Bindung an Reparaturauftrag | ja, sonst oft Diagnosegebühr | nein, unabhängig |
| Gerät aus der Hand geben | ja | nein, Angaben und Fotos reichen |
| Tempo | nach Termin / Wartezeit | Sofort-Variante in 5 Min in Ihrem Postfach |
Wann der kostenlose Kostenvoranschlag genau richtig ist
Wollen Sie ein Gerät ohnehin reparieren lassen und nur wissen, was Sie das kostet, dann ist der kostenlose KVA vor Ort die richtige Wahl. Bringen Sie das Gerät in eine Werkstatt in Ihrer Nähe, lassen Sie sich den Preis nennen und geben Sie den Auftrag. Sie zahlen dann nur die Reparatur. Für diesen Alltagsfall müssen Sie keinen Euro für einen Kostenvoranschlag ausgeben.
Wann sich ein bezahlter Kostenvoranschlag lohnt
Ein bezahlter, dokumentierter KVA lohnt sich, sobald es nicht nur um die Frage geht, ob Sie reparieren, sondern um einen Nachweis gegenüber Dritten. Typische Fälle:
- Versicherung verlangt ein Format: Hausrat-, Elektronik- oder Handyversicherungen fordern oft ein schriftliches Dokument mit Schadenhergang, Positionen, IMEI oder Seriennummer und Datum. Eine mündliche Auskunft reicht dann nicht.
- Keine passende Werkstatt in der Nähe: Für Spezialgeräte gibt es vor Ort manchmal niemanden, der einen belastbaren KVA erstellt.
- Gerät soll nicht aus der Hand: Bei sensiblen Daten oder wertvollen Geräten möchten viele das Gerät nicht abgeben, nur um einen Preis zu erfahren.
- Frist läuft: Wenn die Versicherung eine kurze Meldefrist setzt, hilft die Sofort-Variante, die in 5 Min in Ihrem Postfach vorliegt.
In diesen Fällen ersetzt der bezahlte KVA keine kostenlose Werkstatt-Auskunft, sondern liefert etwas, das die Gratis-Variante gar nicht bietet: ein einreichfertiges Dokument, das Sie unabhängig von einem Reparaturauftrag nutzen können.
So vermeiden Sie versteckte Kosten
Damit aus einem vermeintlich kostenlosen Kostenvoranschlag keine Überraschung wird, klären Sie vor der Diagnose zwei Dinge: Erstens, ist der Kostenvoranschlag auch dann kostenlos, wenn ich mich gegen die Reparatur entscheide? Zweitens, fällt eine Diagnose- oder Anfahrtspauschale an? Lassen Sie sich die Antwort im Zweifel kurz schriftlich geben. So nutzen Sie den gesetzlichen Grundsatz aus § 632 Abs. 3 BGB und wissen genau, was am Ende auf der Rechnung steht.
Häufige Fragen
Ist ein Kostenvoranschlag gesetzlich kostenlos? +
Warum kostet ein Kostenvoranschlag für die Versicherung Geld? +
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